Dienstag, 13. Juni 2017

King of Jazz

»A NEW ERA in sound and color entertainment!«

Plakat

Inhalt

Im Stil einer Revue werden abwechselnd Musiknummern des Paul-Whiteman-Orchesters und kleinen Ensembles, Tanzdarbietungen und Sketche gezeigt.

Meinung

Das Whiteman-Orchester und die zahlreichen Solisten spielen mit atemberaubender Virtuosität. Dazu werden unglaubliche Nummern gezeigt wie z. B. der Geiger Wilbur Hall, der anschließend noch »Stars and Stripes vor ever« auf einer – Luftpumpe spielt, der Tanz, bei dem Marion Stadler als Puppe herumgeschleudert wird, die präzise Tanztruppe ... man könnte endlos aufzählen. Dazu Gruppen wie die »Rhythm Boys« mit Bing Crosby. Alles unglaublich perfekt und gekonnt dargeboten. Die eingestreuten Sketche fallen im Vergleich zu Musik und Tanz ein wenig ab, können aber den guten Gesamteindruck nicht schmälern.

Zur Technik: »King of Jazz« wurde im sogenannten 2-Streifen-Technicolor gedreht. Wenn ich den Prozeß richtig verstanden habe, wurden in der Kamera gleichzeitig zwei Schwarzweißnegativstreifen belichtet. Man konnte damit nur die Farben Grün und Rot erzeugen und alle daraus möglichen Mischungen. Das zu recht oscarprämierte Szenenbild (»Best Production Design«) des Films läßt einem diese farbliche Einschränkung spätestens nach 10 Minuten vergessen. Geschickt werden u. a. Silbertöne eingesetzt. Lediglich die froschgrünen Kostüme bei der Rhapsody in Blue Szene wirken unpassend und erinnern daran, dass man nur bestimmte Farbtöne sieht.

Ein sehenswerter Film! Vielen Dank an die Schauburg in Karlsruhe, die das auf der großen Leinwand ermöglicht hat und an David Pierce für die interessante und kurzweilige Einführung.

»King of Jazz« lief in einer von Universal neu restaurierten Fassung als DCP im Vorfeld des »Technicolor-Festivals« 2017

4 von 5 Sternen.

Credits

»King of Jazz« (1930)
Buch: Harry Ruskin (Sketches)
Direktor: John Murray Anderson
Kamera: Jerome Ash, Hal Mohr, Ray Rennahan
Montage: Robert Carlisle
Musik: Milton Ager, James Dietrich, George Gershwin, Billy Rose, Mabel Wayne, Jack Yellen
Darsteller: Paul Whiteman und Orchester, Bing Crosby, John Boles, Laura La Plante, Jeanette Loff, Glenn Tyron, Marion Stadler und Don Rose (Puppentanz), Wilbur Hall (Violine und Luftpumpe)

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