Freitag, 13. September 2013

RED 2

Marvin: »Wenn ich mich mit einer Sache auskenne, dann mit Frauen und verdeckten Operationen.«
Frank: »Marvin, das sind ZWEI Sachen.«

Plakat

Inhalt

Weil auf Wikileaks ein Dokument über eine Geheimoperation aus der Zeit des kalten Krieges veröffentlicht wird, wollen plötzlich verschiedene Gruppen dem CIA-Rentner Frank (Bruce Willis) an den Kragen. Klar, dass das seine Freunde Marvin (Malkovich), Sarah (Parker) und Victoria (Mirren) nicht zulassen können.

In James-Bond-Manier geht es in der unübersichtlichen Geschichte – in der Russen Katja (Zeta-Jones) und Ivan (Brain Cox) heißen, der Asiate natürlich Han (Byung-hun Lee) – einmal um die Welt, während im Viertelstundentakt große Actionszenen garniert mit herzhaften Sprüchen geboten werden.

Kommentar

Wer den ersten Teil nicht gesehen hat, wundert sich vielleicht über Damen und Herren im reifen Alter, die unverhofft die größten Knarren schwingen. Bei manchen Figuren hätte eine kleine Einführung nicht geschadet. Die erste Stunde wars mir zuviel Krawall und zu wenig Spannung, alles gewaltig überzeichnet, hastig. Erst im letzten Drittel wird es »ernster« und man beginnt mitzufiebern.

Anthony Hopkins spielt alle an die Wand, Malkovich und Mirren glänzen in ihren Nebenrollen. Mary-Louise Parker spielt die Nervensäge so überzeugend, dass ich froh war, wenn es Szenen ohne sie gab. Bruce Willis gibt seine Stirb-Langsam-Rolle wie gewohnt, dieses Mal in schicken Outfits statt im alten Doppelrippunterhemd.

Wegen des unschönen Weichzeichnereinsatzes bei Großaufnahmen von Catherine Zeta-Jones hatte ich gedacht, dass sie älter als Parker sei. Wikipedia sagt mir, sie sei fünf Jahre jünger. Ooops. Beim »Frosch« (David Thewlis) habe ich die ganze Zeit gegrübelt woher ich das Gesicht kenne: Remus Lupin aus der Potter-Verfilmung.

Ein wenig enttäuscht war ich von der Musik Alan Silvestris. Da war keine einzige erinnernswerte Melodie dabei. Routiniertes Action-Gedöns, na gut. Schön, dass diese Wackelkameramode vorbei zu sein scheint. Bei der Kameraführung von Enrique Chediak verlor man bei keiner Schießerei den Überblick.

Unterhaltsames Popcornkino mit leichten Schwächen, das man sich unbedingt in einem Kino mit großer Bildwand und guter Tonanlage ansehen sollte.
4 von 5 Sternen.

Dem Blogkollegen bei »Abgeschminkt« hat der Film sehr gut gefallen: R.E.D. 2 tatsächlich NOCH ÄLTER, HÄRTER, BESSER. Ich fand den ersten Teil besser.

Credits

»RED 2« (2013)
Buch: Jon und Erich Hoeber, Comicvorlage von Warren Ellis und Cully Hamner
Regie: Dean Parisot
Kamera: Enrique Chediak
Schnitt: Don Zimmerman
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Bruce Willis (Frank), John Malkovich (Marvin), Anthony Hopkins (Dr. Bailey), Mary-Louise Parker (Sarah), Hellen Mirren (Victoria), Byung-hun Lee (Han), Catherine Zeta-Jones (Katja), David Thewlis (Frosch), Neal McDonough (blonder Bösewicht), Brian Cox (Ivan)

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Freitag, 30. August 2013

9. Todd-AO-Festival 2013

Plakat

Schauburg Kino Karlsruhe

Freitag, 30. August 2013

R.I.P.D.

Men-in-Black-Variante mit Abwandlungen. Korrupte Polizisten dürfen sich nach dem Tod im Rest-in-Peace-Department bewähren und werden in anderer Gestalt auf die Erde zurückgeschickt, um als Menschen verkleidete Dämonen zu jagen.

Jeff Bridges spielt grandios den alten herumballernden Sheriff, Ryan Reynolds den Rookie und guckt gewohnt angestrengt in die Gegend. Die lustigsten Szenen sind die mit den Avataren; die Lebenden sehen z. B. Brigdes als atemberaubende Blondine ... Das ist aber zu wenig.

3 von 5 Punkten. Aber nur, weil Jeff Bridges eine tolle Show liefert (und den perfekten Hut trägt) und Augenschmaus Marisa Miller dabei ist. Kann man an verregneten Sonntagen auf DVD gucken.

Eine ausführlichere Besprechung gibts bei Abgeschminkt.

Szene

»R.I.P.D.« (2013)
Buch: Phil Hay und Matt Manfredi nach dem Comic von Peter M. Lenkov
Regie: Robert Schwentke
Kamera: Alwin H. Küchler
Montage: Mark Helfrich
Musik: Christophe Beck
Darsteller: Jeff Bridges (Roy), Ryan Reynolds (Nick), Kevin Bacon (Hayes), Marie-Louise Parker (Chefin), Marisa Miller (Roys Avatar), James Hong (Nicks Avatar), Stephanie Szostak (Julia)

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Dienstag, 27. August 2013

Lone Ranger

Tonto: »Guter Schuß!«
Lone Ranger: »Das sollte eigentlich ein Warnschuß sein.«
Tonto: »Dann, nicht so gut.«

Plakat Eine Gruppe Texas Ranger wird bei der Verfolgung der berüchtigten Bande von Butch Cavendish (William Fichtner) in einen Hinterhalt gelockt. Nur der Anwalt John Reid wird vom Indianer Tonto gerettet.

Gemeinsam machen sich die beiden an die Verfolgung. Aus dem harmlosen Anwalt wird nach und nach der maskierte »Lone Ranger«. Mehr will ich nicht verraten.

Meinung

Ich fall vom Glauben ab: In »Lone Ranger« ist alles drin, was man sich für Popcornkino wünscht, trotzdem ist der Film beim Publikeum in USA und der Kritik weltweit durchgefallen. Gründe kann ich nicht erklären, ich fands verdammt gut. Gott sei Dank hatte ich Frau Flinkwerts Lobeshymne gelesen, sonst wäre ich gar nicht ins Kino gegangen.

Wenn ich schreibe »alles drin« meine ich das genau so: Eisenbahnraub, Indianerüberfall, Kavallerieattacke, Brückenexplosion, Zugentgleisungen wie man sie noch nie gesehen hat, Verfoglungsjagd, John-Ford-County, Bergwerk, Kämpfe auf Eisenbahnwagons. Fehlte nur noch ein Postkutschenüberfall und das klassische Westernduell. Wobei sich Gore Verbinski mit so einem kleinen Showdown nicht abgibt. Da muss es richtig krachen.

Depp spielt wie erwartet gut, Armie Hammer kann sich überraschend gut als Identifikationsfigur behaupten und ist sich auch für den albernsten Gag nicht zu schade. William Fichtner gibt einen wunderbar gruseligen Bösewicht, den man in einem Disney-Film so nicht erwartet hätte. Überhaupt wirkt der »Ranger« eher wie ein Italo-Western: Staub, Dreck und Blut. Dazu großartige Landschaftsaufnahmen wie in der guten alten Zeit: perfekt hell ausgeleuchtet, der Staub flirrt im Gegenlicht. Wackelkamera gibt es nicht.

Mittlerweile scheint mir das Markenzeichen von Hans Zimmer, dass er keins hat. Während man Meister wie Maurice Jarre an der Musik erkennt, geht das bei Zimmer nicht ohne den Namen im Abspann. Hemmungslos wird ausgiebig das Harmonica-Thema von Morricones Soundtrack zu »Spiel mir das Lied vom Tod« zitiert. Und anstelle eines originellen Themas wie etwa John Williams »Raiders March« bei »Indiana Jones«, das man den ganzen Heimweg pfeift, verwendet Zimmer für den finalen Kampf das zu Stummfilmzeiten für Verfolgungs­jagden übliche Willhelm-Tell-Thema. Na ja.

Ein weiterer Kritikpunkt waren für mich die Killerkarnikel aus »Ritter der Kokosnuss«. Die waren so unpassend wie John Wayne in einem Vampirfilm.

Alles in allem bisher der beste Actionfilm des Jahres, zu unrecht völlig unterbewertet.
Viereinhalb von fünf Sternen.

Credits

»Lone Ranger« (2013)
Buch: Justin Haythe, Ted Elliott, Terry Rossio
Regie: Gore Verbinski
Kamera: Bojan Bazelli
Schnitt: James Haygood, Craig Wood
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Johnny Depp (Tonto), Armie Hammer (Lone Ranger/John Reid), William Fichtner (Butch Cavendish), Tom Wilkinson (Eisenbahnchef), James Badge Dale (Texas Ranger Dan Reid), Helena Bonham Carter (Puffmutter), Ruth Wilson (Ehefrau)

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Montag, 26. August 2013

Kick-Ass 2

Pflegevater: »Pass auf dich auf!« [beim Date]
Hit-Girl: »Du weißt doch, dass ich ihn mit seinem eigenen Finger töten könnte.«
Pflegevater: »Damit würde ich das Gespräch nicht eröffnen.«

Plakat So richtig vom Hocker gehauen hat mich das Filmangebot diese Woche nicht. Vielleicht noch »Kick-Ass 2« oder »Das ist das Ende«. Weil ich statt Seth Rogen lieber Chloë Grace Moretz sehen wollte, wurde es »Kick-Ass 2«. Trotz der vielen schlechten Kritiken. Hmm. Dement­spre­chend niedrig waren meine Erwartungen.

Inhalt

Die Handlung schließt nahtlos an Teil 1 an. »Hit-Girl« Mindy (Chloë Moretz), die im ersten Teil ihren Vater verlor, lebt nun bei einem Polizisten, dem sie versprechen musste, nie mehr in die Superheldinnenrolle zu schlüpfen. Statt mit Gangstern muss sie sich mit ihren hochnäsigen Klassenkamera­dinnen herumschlagen. »Kick-Ass« Dave (Aaron Taylor-Johnson) hat sich einer Truppe von maskierten selbsternannten Ordnungshütern unter Leitung von »Colonel Stars and Stripes« (Jim Carey) angeschlossen. »Red Mist« Chris (Christopher Mintz-Plasse) nennt sich jetzt »The Mother­fucker«, will weltgrößter Bösewicht werden und sich an Kick-Ass für den Tod seines Vaters rächen. »Hit-Girl« wird dringend gebraucht ...

Meinung

Vorweg: »Kick-Ass 2« ist kein schlechter Film. Wegen der extremen Gewaltszenen (FSK 18) fällt mir die Beurteilung schwer. Die Comic-Vorlage soll noch brutaler sein. Ich bin unsicher, ob man das so deutlich zeigen muss. Die Kampfszenen von Hit-Girl wirkten im ersten Teil unwirklich, weil man das von einem kleinen Mädchen nicht erwartet. Im zweiten Teil sind alle älter (der Hauptdarsteller kam mir für seine Schülerrolle sogar zu alt vor) und größer, da erscheint alles realer. Weil die Charaktere aber völlig überzeichnet sind – keine Überraschung bei einer Comicverfilmung – kann man alles mit einem, hm, Augenzwinkern betrachten.

Wenn man sich auf all diese Punkte einlassen kann, ist der Film spannend und unterhaltsam. Der Einsatz von Jim Carey war rausge­schmissenes Geld; die Rolle hätte auch ein Kleiderständer spielen können. Noch eine Fortsetzung muss nicht sein.

Spannende, actionreiche Comicverfilmung mit unnötig brutalen Gewaltszenen. 6 von 10 Sternen

Credits

»Kick-Ass 2« (2013)
Buch und Regie: Jeff Wadlow nach dem Comic von Mark Millar und John Romita Jr.
Kamera: Tim Maurice-Jones
Montage: Eddie Hamilton
Musik: Henry Jackman und Matthew Margeson
Darsteller: Chloë Grace Moretz (Hit-Girl), Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass), Christopher Mintz-Plasse (The Motherfucker), Morris Chestnut (Detective Marcus Williams), Claudia Lee (Brooke), Clark Duke (Battle-Guy), Jim Carrey (Colonel Stars and Stripes), Lindy Booth (Night Bitch)

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Donnerstag, 11. Juli 2013

Die Unfassbaren

Plakat Höhepunkt der Zaubershow in Las Vegas: vier Magier (Eisenberg, Harrelson, Franco, Fisher) räumen einen Banktresor in Paris aus und verschenken die Millionen an das Publikum. Die Polizei (Mark Ruffalo) ist ratlos, trotz der reizenden Unterstützung aus Frankreich (Mélanie Laurent). Und die nächste Show soll einen noch größeren Knüller bringen. Falls ihre Tricks vom Zauberer-Entzauberer Bradley (Morgan Freeman) nicht vorher aufgedeckt werden.

Eine bombastische Darstellerriege, hohes Tempo, aufregende Kamerafahrten, alles an Licht- und Soundeffekten was geht, Autoverfolgungen, Magie – und trotzdem hinterlies der Film keinen tiefen Eindruck bei mir. An der Story lag es auch nicht, die ist gut geschrieben. Vielleicht, weil es von allem zu viel gibt. Und weil mir keiner der Charaktere wirklich symphatisch war.

Hollywoodkino mit allem Pipao, leider ohne Herz. 3 von 5 Sternen.

»Die Unfassbaren« (»Now you see me« – 2013)
Buch: Ed Solomon, Boaz Yakin, Edward Ricourt
Regie: Louis Leterrier
Kamera: Mitchell Amundsen, Larry Fong
Montage: Robert Leighton, Vincent Tabaillon
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Mark Ruffalo (Rhodes), Jesse Eisenberg (Atlas), Mélanie Laurent (Dray), Morgan Freeman (Bradley), Woody Harrelson (McKinney), Dave Franco (Wilder), Isla Fisher (Reeves) und Michael Caine (Tressler)

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Montag, 24. Juni 2013

Fast and Furious 6

»Hier ersetzen markige Sprüche komplizierte Dialoge und muskelbepackte Männer und Frauen richtige Schauspieler.«
Wolfram Hannemann

Plakat

Könnten fünfzehnjährige Schüler Filme drehen, käme so etwas wie Fast & Furious 6 heraus. Ultracoole Typen mit schnellen Autos, um die Mädels in knappen Outfits herumtanzen. 8 von 10 Punkten.

Wer es ausführlicher wissen will, kann sich die Kritik von Frau Flinkwert ansehen.

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Donnerstag, 13. Juni 2013

Star Trek: Into Darkness

Plakat Wie erwartet ist auch der 2. Teil von J. J. Abrams ein Fest für die Augen. Noch nie sah der Weltraum besser aus. In einigen Szenen sind die 3D-Effekte tatsächlich gewinn­bringend eingesetzt. Die Hauptfiguren agieren wie von der Serie gewohnt; als alter Fan kommt man auf seine Kosten. Für den Nachwuchs ist genügend gelungen inszenierte Action enthalten.

Jetzt kommt das Jammern ;) auf hohem Niveau: NIEMALS wäre der Serien-Kirk wegen so einer Lapalie seines Kommandos enthoben worden. Der wusste ja gar nicht, wie man Direktive schreibt! Nach Darkness-Maßstäben hätte Shatner in jeder Folge seinen Posten verloren.

Dazu wagt es Abrams, eine Schlüsselszene aus »The Wrath of Khan« mit vertauschten Rollen zu recyclen. Blasphemie! Und überhaupt: warum schon wieder Khan? Und wenn schon, warum dann einer, der überhaupt keine Ähnlichkeit mit Ricardo Montalban hat? Wieso gibt es Lensflares trotz 3D, das eigentlich das natürliche Sehen darstellen soll? (Nebenbei: ich habe mich redlich bemüht – mit meinem Zeiss-Objektiv scheinen Linsenreflexe unmöglich zu sein. Vielleicht sollt Abrahms bessere Objektive kaufen. Oder die Finger von diesem optischen Special-Defekt lassen. Doo.)

3D wirkt für mich am stärksten, wenn es diesen Effekt hat, als ob sich das Bild hinter der Bildwand in die Tiefe erstreckt, wie ein Raum eben. Arbeitet man jedoch (wie hier) bei Dialogen mit langen Brennweiten und zoomt den zuhörenden Schauspieler in Unschärfe, verschenkt man die 3D-Vorteile.

Wie gesagt, Jammern auf hohem Niveau. Der Film bekommt von mir 9 von 10 Sternen. Den Abzug gibt es für oben genanntes und wegen fehlender Atempausen. Gekonnt eingesetzte ruhige Szenen hätten die Spannung erhöht. Und bei der Laufzeit hätte mehr Platz für Checkov, Sulu und natürlich Uhura drin sein müssen.

»Star Trek: Into Darkness«
Buch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof
Regie: J. J. Abrams
Kamera: Daniel Mindel
Montage: Maryann Brandon
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Bendict Cumberbatch (Khan), Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Zoe Saldana (Uhura), Peter Weller (Admiral Marcus), Bruce Greenwood (Pike), Karl Urban (Dr. McCoy), Alice Eve (Dr. Marcus), Simon Pegg (Scotty), Anton Yelchin (Chekov), John Cho (Sulu)

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