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Filmkritiken

Star Trek

Spock: „We are traveling at warp speed. How did you manage to beam aboard the ship?“
Kirk: „You’re the genius. You figure it out.“
Spock: „As acting Captain of this vessel, I order you to answer the question.“
Kirk: „Well, I’m not telling, acting Captain.

Bisher habe ich im Kino selten erlebt, dass das Publikum beim Abspann zu applaudieren beginnt. Bei „Star Trek“ in der englischsprachigen Vorpremiere war es so.

Ich muss vorweg schicken, dass ich mit Raumschiff Enterprise aufgewachsen bin. Samstags ging es in die Badewanne und danach um 18 Uhr vor den Fernseher. War schon immer eine meiner liebsten Fernsehserien. Und der neue Film ist meiner bescheidenen Meinung nach einer der besten aus der Kinoserie von Star-Trek-Filmen! (fast besser als Teil 2 und fast so gut wie Teil 6) Schon nach der Pre-Titel-Sequenz war ich restlos begeistert.

Episodenhaft wird der Lebensweg von Kirk, Spock und Uhura erzählt, bis schließlich alle aus der Serie bekannten Charaktere nach und nach auf der „Enterprise“ zusammenkommen. Durch einen genialen Drehbucheinfall, den ich hier nicht verraten möchte hat man es geschafft, sich von einigen aus der Serie bekannten Teilen der Vorgeschichte zu befreien. Das ist schlüssig gemacht, wirkt nicht konstruiert und bietet den Vorteil, das Kirk sich nicht über verschiedene Raumschiffe zur Enterprise „hochdient“ sondern gleich dort landet.

Die Schauspieler sind gut gewählt und jeder aus der späteren Stammcrew hat wenigstens eine liebevoll gestaltete Szene. Vor allem Mr. Chekov rettet mehr als einmal die Hauptpersonen aus kniffligen Lagen. Sein Akzent ist einfach göttlich, ebenso der von Mr. Scott (die Vorpremiere in der Karlsruher „Schauburg“ war im Originalton). Die Sets sind alle beindruckend; es wirkt zum ersten Mal glaubhaft, dass die Enterprise eine vierhundertköpfige Besatzung hat.

Der Film hat trotz Laufzeit von 126 Minuten keine Längen, er ist durchweg spannend, ohne dass der Humor zu kurz käme. Und ILM zeigt, dass sie bei Raumschlachten immer noch einsame Spitze sind. Lediglich die Musik fand ich ein bischen schwach, da hätte ich mir einen Soundtrack von James Horner gewünscht, der z. B. die Musik zu „Star Trek 2: Die Rache des Khan“ geschrieben hat.

Das Team um Regisseur J. J. Abrams hat das Kunststück fertiggebracht, zu einer Fernsehkultserie ein ausgezeichnetes Prequel zu liefern.

Seltene Wertung: 5 von 5 Sternen. Wer auch nur ein bischen was fürs gute alte Raumschiff Enterprise übrig hat, muss den sehen.

Nachtrag: Kritiken von hartgesottenen Trekkies gibt es (auf englisch) bei Harry Knowles. Von den Jungs, die bei der unangekündigten Vorpremiere in Texas waren.

Credits

»Star Trek«, USA 2009\r\n
Director: J. J. Abrams, Buch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Kamera: Daniel Mindel, Schnitt: Maryann Brandon, Mary Jo Markey, Musik: Michael Giacchino, Visuelle Effekte: Industrial Light and Magic
Darsteller: Chris Pine (James T. Kirk), Zachary Quinto (Spock), Leonard Nimoy (Spock), Karl Urban (Dr. Leonard ‚Bones‘ McCoy), Zoe Saldana (Nyota Uhura), Simon Pegg (Scotty), John Cho (Hikaru Sulu), Anton Yelchin (Pavel Chekov), Bruce Greenwood (Capt. Christopher Pike), Ben Cross (Sarek) und Eric Bana (Nero)

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